Hausbesuch bei Singer/Songwriterin Mia Aegerter // Nichts für Feiglinge!

Name: Mia Aegerter
Alter: 40
Beruf: Singer/Songwriterin
Wohnort: Berlin
Wovon lebt sie? Songwriting, GEMA- und Suisa-Einnahmen, Kolumnen schreiben
Aktuelles Projekt: Das neue Album „Nichts für Feiglinge“

Als Teenager träumen viele Mädchen den Traum vom Berühmtwerden. Das war bei der damals achtzehnjährigen Mia nicht anders. Die Besonderheit? Ihr Traum ging in Erfüllung. Die Schweizer Künstlerin veröffentlichte vier Alben bei großen Labels, gewann den Swiss-Award, schrieb den Titelsong zu einem bekannten TV-Film, spielte eine Hauptrolle in Deutschlands erfolgreichster Daily Soap und war jahrelang als Kolumnistin für die Zürcher Zeitung tätig. Glamour, Jet Set, Hype und Glitzer – all das kennt sie schon…

Ihr frisch erschienenes, fünftes Album ist völlig neu und anders. Sie hatte kein Majorslabel mehr, das sie unterstützte, dafür auch niemanden, der versuchte ihren Sound zu verändern. Von der Produktion bis hin zur Veröffentlichung stemmte sie das Projekt auf eigene Faust – Nichts für Feiglinge, würde ich sagen.

Mia schaut übernächtigt und glücklich aus, als sie mir die Tür zu ihrer Berliner Altbauwohnung öffnet. Bis in die frühen Morgenstunden wurde hier ihr neues Musikvideo gedreht. Das perfekte Set – denn in den vier Wänden sieht es aus wie in einem guten französischen Drama. Den Designern von Maison du Monde dürfte der außergewöhnlich geschmackvolle Einrichtungsstil der Künstlerin schlaflose Nächte bereiten.

Auf dem Dielenboden steht der Karton mit den frisch eingetroffenen CDs. Ein kleiner Meilenstein, denn in dem unscheinbaren Paket steckt eine ganze Menge Arbeit und Durchhaltevermögen.
Klar, in der heutigen Zeit ist es nichts Besonderes, seine Musik in Eigenregie zu vermarkten und zu veröffentlichen… Aber für Mia schon! Denn sie weiß längst, wie viel einfacher es mit einem großen Label im Background ist.

Vor zwanzig Jahren war alles so leicht. Aegerter kam in den Genuss der „guten alten Zeiten“, den gelobten Jahren, in denen es der Musikbrache noch gut ging, die Leute noch CDs kauften und der Vorschuss der Plattenfirma das Sparschwein des Newcomers zum Platzen brachte.
Ihr Ehrgeiz und Können brachten sie damals ganz nach oben.
Als sie merkte, dass die Jungs aus ihrer Schülerband lieber kiffen wollten, anstatt Musik zu machen, legte sie kurzerhand alleine los, studierte Tanz/Schauspiel/Gesang und präsentierte sich auf Wettbewerben. Demos musste sie keine verschicken. Das Majorlabel und die damaligen Produzenten kamen von selbst auf sie zu. Sogar die beliebte Vorabendserie musste drei Mal anfragen, bevor sie dem jungen Multitalent eine Zusage entlocken konnten. Ihr erstes Album erreichte Goldstatus und vom Titelsong zum Erfolgsfilm „Achtung, fertig, Charlie!“ kassiert sie bis heute Tantiemen.
Klingt alles wie im Märchen. Aber dazu gehört eben auch die böse Presse-Hexe, die Mia das Leben zeitweise schwer machte und die listigen Rumpelstilzchen, die sie und ihre Musik nie so sein ließen, wie sie es wollte.

Heute kann sie das. Sie hört nur noch auf ihr Bauchgefühl, macht nur noch, was sie wirklich will. Und das ist in erster Linie das Schreiben. Ob Songs, Kolumnen oder Gedichte, irgendwelche Zeilen wollen immer aus dem Oberstübchen aufs Papier gebracht werden. So nerdet sich die hübsche Musikerin durch ihren wilden Hauptstadt-Alltag. Natürlich bringt eine Veröffentlichung im Alleingang auch Unannehmlichkeiten wie Organisationschaos und finanzielle Sorgen mit sich. Probleme, die Mia früher nicht hatte und die ihr hier und da zu schaffen machen.
Egal, jetzt hält sie eine fertige Platte in den Händen, die genauso klingt wie sie. Dafür hat sich der lange Weg auf jeden Fall gelohnt.
Vielleicht schafft sie es auch dieses Mal wieder in die Charts – die Prognosen stehen gut…

Und Mias typisches Musiker-Klischee?
Musiker arbeiten immer nachts.
BELEGT.
Mias Birne ist meist bis zum Morgengrauen an…

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