Hausbesuch bei Marie Diot // „Bevor ich in einer Cover-Band spiele, möchte ich lieber sterben!“

Name: Julia Marie Geusch
Künstlername: Marie Diot
Alter: 24
Beruf: Liedermacherin
Wohnort: Hannover
Wovon lebt sie? von Konzerteinnahmen und den Eltern
Aktuelle Projekte: Das Debut-Allbum „Pinguin im Tutu – Weiß nicht, ob er Tänzer ist“

Das ist Marie. Sie ist jung, entspannt und ziemlich cool. Und dafür muss sie sich nicht mal anstrengen. Der gleichermaßen lässige Typ daneben ist Maries Freund Fabi. Die beiden machen gemeinsam Musik, genießen während des Keyboardspielens gern mal einen Apfel und wohnen jetzt zusammen in Hannover. Dort haben sie sich auch kennengelernt – bei ihrem Popmusikstudium an der Musikhochschule. 

 

 

Aber nun von vorn: Julia Marie gibt es seit 24 Jahren. Die ersten 19 davon verbrachte sie in einem winzigen Ort in Nordrhein-Westfalen. Musiker gab es dort keine – Blockflöten aber schon. Also flötete sich die kleine Julia durch ihre Grundschulzeit, bis ihre Eltern endlich bereit waren, ein Klavier anzuschaffen und den Hörgenuss damit extrem erhöhten. Für Klassik hat sich die Musikerin nie interessiert. Gut, dass sich ein ambitionierter Jazzklavier-Lehrer auftreiben ließ, der bereit war, die weite Anreise von Köln in die Walachei auf sich zu nehmen. Bei ihm lernte sie ihre Lieblingsstücke zu spielen und Popsongs zu begleiten. Dass Jazz auch nicht so wirklich ihr Ding ist, hat sie ihm nie verraten.

Die Highlights ihres Teenie-Alltags in der nordrhein-westfälischen Einöde beschränkten sich größtenteils auf Konzerte weit angereister Bands. Marie lauschte nicht nur gern der Musik, sondern liebte es vor allem, sich mit den Musikern zu unterhalten. Das waren Menschen, die sie faszinierten und so stand schnell fest, auch sie wollte einmal Musikerin werden. Auf einen 08/15 Job bei dem man irgendetwas Langweiliges mit Papier macht, hatte sie ohnehin keine Lust. Obwohl – etwas mit Papier macht sie heute streng genommen auch: Nämlich verdammt gut texten. Mit ihren eigenen Songs konnte sie schon vor ein paar Jahren Eindruck bei der Eignungsprüfung an der Musikhochschule Hannover schinden. Eigentlich wollte sie nur mal schauen, wie eine Aufnahmeprüfung abläuft und rechnete sich keine großen Chancen aus und Zack! – hatte sie einen Studienplatz für Popmusik in der Tasche.

Ab jetzt standen Gitarre, Klavier, Gesang, Musiktheorie, Jazzgeschichte, Gehörbildung und Studioproduktion auf dem Programm. Das Vorstellen bei diversen Plattenfirmen sparte sie sich die junge Songwriterin und steckte ihre Energie lieber in ihr Debut-Album.
An dieser Stelle kommt Fabi, auch bekannt als Fabian Großberg, ins Spiel: „Pinguin im Tutu – Weiß nicht ob er Tänzer ist“ haben die beiden gemeinsam produziert – ohne Label und ohne viel zu überlegen. Am Ende sprang nicht nur eine gelungene CD, sondern auch eine viel versprechende Romanze dabei heraus.

Die beiden haben jetzt eine tolle Platte, die eigen, intelligent, lustig und überraschend daherkommt und obendrein noch eine erste gemeinsame Altbauwohnung in Hannover Linden. Was will man mehr? „Von der eigenen Musik leben können“, sagt Marie. Das will sie in Zukunft erreichen. Bevor sie in einer Cover-Band endet, möchte sie lieber sterben. Eine gesunde Einstellung, finde ich. Wir können sie vor diesem Schicksal bewahren, indem wir ihr Album kaufen und ihre Konzerte besuchen. Maries Musik ist etwas Besonders und für jeden geeignet, dem es beim Betrachten eines Wandtattoos mit Mut machendem Sinnspruch die Nackenhaare aufstellt. Holt euch die erste CD! Es lohnt sich!

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Und was ist Maries nervigstes Musiker-Klischee?
Schwer zu sagen…
Nach eigener Aussage erfüllen Marie und Fabi alle Klischees:)

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